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METALLWAREN-, Glocken- und FAHRRADARMATUREN FABRIK AG
Vorm.. H. Wissner
Werk
I Zella-Mehlis,
Münchsgasse
Werk II Tambach-Dietharz
Werk III Zella-Mehlis,
Meininger Straße
Werk
IV Brotterode
Werk
V Burkhardt, Kaupert &
Co
Gegründet: 01.02.1882 als
Firma Heinrich Wissner
Herstellung
von Metallwaren, Glocken, Fahrradarmaturen, Motorradzubehörteilen,
Schlittengeläuten, Haushaltsartikeln
Heinrich
Wissner stammte aus Grünberg in Hessen. Er
war Kaufmannsgehilfe bei Kührt & Schilling in Mehlis.
Mit 3 Arbeitern
Beginn der Herstellung von kleinen Haushaltsartikeln,
Glockenschalen und Türglocken.
Da das Fahrrad von Jahr
zu Jahr als Verkehrsmittel an Bedeutung
gewann, hauptsächlich
Herstellung von Fahrradglocken und ähn1ichen kleinen Stanzteilen
und deren Export.
1897/98
großer finanzieller Verlust in England durch Fehlspekulationen.
Verhinderung
des Konkurses der Firma Wissner durch Gründung einer
Aktiengesellschaft durch Freunde und Banken mit Reichsmark 600.000
als Kapital, Mitglieder des Aufsichtsrates: Dr. Walter Unger, Dr.
Kempinski (Fim1a Kempinski Berlin) Dr. Rosin (Dresdner Bank), Dr.
Landau (Firma Hardy & Co Berlin) und Dr. Körner.
1905
Erhöhung des Kapitals auf 1.000.000
Reichsmark
13.000 qm großes Grundstück, 4.926 qm bebauter Raum
1906
Anzahl der Belegschaft: 10 Angestellte, 234 Arbeiter und Meister
1910
wurde zur Kapitalanlage in Nancy (Frankreich) ein Zweigbetrieb
erworben, wurde aber durch Konkurrenzunfähigkeit stillgelegt und
ging wieder verloren.
1918
Kapitalerhöhung auf 1.250.000 Reichsmark
Errichtung
einer neuen Produktionsstätte in Tambach-Dietharz,
Spezialerzeugnisse: Fahrradglocken
und Türglocken
1919
Werk Mehlis: 13 Angestellte, 155 Arbeiter
Werk
Tambach-Dietharz: 6 Angestellte,
30 Arbeiter
Von
1921-1924 Kapitalerhöhung auf
26.000.000 Reichsmark
1924
Umstellung des Unternehmens auf Goldmark 2.500.000, Kauf eines
Grundstückes im Ortsteil Zella mit 2.650 qm und 866 qm bebauter
Fläche, Werk im
Ortsteil Mehlis wird durch den Bau einer Gießerei und eines Wohlfahrtgebäudes auf
6.166 qm bebauten Raum vergrößert.
1925
Kapitalerhöhung auf 3,1 Mio Reichsmark - Produktion von
Tretlagern, Zahnkränzen und ähnlichen Teilen
Gesamtbelegschaft
55 Angestellte und 720 Arbeiter
in
Tambach-Dietharz Erweiterung der Produktion auf Rückstrahler
Gesamtproduktionsfläche: 5.650 qm -Maschinenpark: 498 Maschinen
1926/27
Erweiterung der sozialen Einrichtungen
1930
Tod von Heinrich Wissner -Einsetzung des Sohnes Lothar Wissner als
Generaldirektor
1933
Fusion mit der Vereinigten Thüringer
Metallwarenfabrik AG und die Verlegung der
Fertigung von Tretlagern in dieses Werk
1934
das Werk der
früheren Vereinigten Thüringer
Metallwarenfabriken wird verkauft 803 Beschäftigte im gesamten
Werk, die Firma war in der Fertigung von Glocken der größte
Betrieb seiner Art in
der Welt. Bei der Produktion von Fahrradgetrieben stand er an führender
Stelle.
40 % der
Produktion wurden exportiert, Export nach Ägypten, Indien, China,
Südamerika, England (bekannt: Kleeblattglocke)
Belegschaftsstärke:
1939 700 Beschäftigte / 1944 610 Beschäftigte
Produktion/Umsatz:
1930/31 3.500.000 RM
, 1931/32 3.000.000 RM
, 1932/33 4.700.000 RM ,
1933/345.500.000 RM , 1934/355.080.000 RM , 1935/364.530.000 RM , 1938/394.700.000 RM ,1943/44 6.100.000 RM , von
19.07.1945 bis 14.03.1946 570.000 RM
Patente
der Firma Wissner:
Patent
473 598 Glockenwerk mit sogenannten laufenden Gesperre,
insbesondere für Aufzugsglocken – März 1927
Patent
566 938 Handbediente
Kuckuckglocke für Fahrräder – 19.07. 1927
Patent 539 237 Hebellagerung
für Fahrradglocken – 09.04.1930
Patent 523 005 Fahrradglocken
(Hebelhalterung) – 09.04.1930
Patent 406 953 Von
Hand zu bedienende Trillerglocke für Fahrräder - 28.02.1933
Patent 659 708 Fahrrad-Trillerglocke
(Werkskonstruktion) – 26.04.1936
Patent 659 709 Fahrrad-Trillerglocke
(Zusatz zu dem Patent 659 708)
Patent 439 026 Fahrradglocke
– 23.02.1944
Patent 468 865 Schlagwerk
für Tretglocken und Hebelübertragung – 27.03.128
Während
des Krieges Produktion von Kriegsmaterial: Geschosshülsen für Übungs-
und Bordmunition, Emc-Zünder ohne Sprengkörper, Werk
Brotterode wurde nach Kriegsanfang sofort für die
Kriegsproduktion in Anspruch genommen.
1946
Beginn der Demontage des Werkes in Mehlis
Werk
Brotterode wurde seit November 1946 auf Befehl der sowjetischen
Kommandantur abgebrochen. Abbruch der 3 Fabrikhallen einschließlich
Härterei, Kesselhaus, Spänelager und Gasanlage.
Maschinen
wurden in das Verwaltungsgebäude eingelagert, demontierte
Maschinen und Anlagen insgesamt: Fräsmaschinen 45, Pressen 42,
Hobelmaschinen 5, Bohrmaschinen 58,
Drehbänke 80, Schleifmaschinen 50, Automaten 56, sonstige
Maschinen 356.
Die
Firma Burkhardt, Kaupert & Co wurde 1945 (08.12.) unter
Sequestierung genommen, die Werke Zella-Mehlis, Tambach-Dietharz
und Brotterode wurden unter eine besondere Treuhandschaft
gestellt, lt. Befeh1124/126 der SMAD. Generaldirektor Lothar
Wissner wird verhaftet.
10.7.1947
das gesamte Werk wird sequestiert und zu Gunsten des Landes Thüringen
enteignet
1946
Beginn im November mit 30 Beschäftigten und Resten von Material
mit der Herstellung von Gebrauchsgegenständen (z.B.
Kartoffelstampfer).
1948
Die Vereinigung volkseigener Betriebe VVB Maschinen/Elektro- West
Land Thüringen gründet den VEB Meteor-Werk Zella-Mehlis.
VEB
METEOR- WERK ZELLA- MEHLIS
Betriebsleiter
Max Hörning
Folgende
Firmen wurden vereinigt:
Andreas Jopp, Wilhelm Wagner und Söhne, Willy Funck, Weisheit,
Moritz und Gerstenberger, Franz Schmidt, Kurt Warz und Co, Ansorg,
Otto und Gustav Barthelmes, Artur
Büchel, F .R. Langenhan, Karl Büchel, Meier, König, Reukauf,
Otto Schlütter, Hugo Funck und Söhne, Wissner AG
Bildung
einer neuen Betriebsleitung mit Friedrich Anschütz als
Betriebsleiter Martha Kind Hauptbuchhalter, Rudolf Elf
Stellvertreter
Produktion
aus den obengenannten Betrieben lief teilweise weiter
1949
206 Beschäftigte
Steigerung
der Produktion:
1949
= 100%; 1950 = 130%; 1951 = 318 %; 1952 = 438%; 1953 = 490%; 1954
= 548%; 1955 = 580%; 1956 = 578%; 1957 = 577%; 1958 = 675%
| 1949 bis 1958 |
1.867,600
Mark Investmittel für den Aufbau der Produktionsräume
und deren Ausstattung mit Maschinen |
| 1952 |
Zusammenlegung
der Werke Zella-Mehlis und Wutha |
| 1953 |
wieder
Trennung derselben |
| 1954 |
Pillen
Werkdirektor |
| 1955 |
Anschluss
des Betriebes an die HV-LBH Leipzig |
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Auftrag
zur Entwicklung eines Mähbinders und dessen Herstellung
Hereinnahme der Rollenfertigung vom VEB Automobilwerk
Zwickau
Bereits 15.000 Mähbinder hergestellt.
Übernahme der Produktion von Gelenkketten aus dem VEB
Automobilwerk Zwickau |
Produktionsprogramm:
Wellengelenke (Kupplungsgelenke)
Landmaschinenersatzteile
Mähbinderbaugruppen
Gelenkketten
Massenbedarfsgüter (Wringmaschinen und Kombikarren)
1957
650 Werktätige, Lehrwerkstatt in der Talstraße -175 Lehrlinge
ausgebildet. Bildung eines Direktorenfonds in Höhe von 500.000 M. Einrichtung
eines Waschstützpunktes, einer
Nähstube, einer Friseurstube, von Umkleideräumen und Duschräumen. Errichtung
eines Kinderferienlagers am Schwarzberg, eines
Sozialgebäudes und Erweiterung der Werkküche Schaffung
einer Betriebssanitätsstelle und HO Verkaufsstelle
1955
Verlegung eines Entwicklungsbüros in das Werk in der Münchsgasse
1956
VEB Elfa Elsterwerda wird durch Umgruppierung der Hauptverwaltung
dem Werk Zella-Mehlis
angeschlossen, das Entwicklungsbüro wird nach Elsterwerda
verlegt, Beginn mit der Rollenkettenfertigung, Herstellung der
Rotations-Vakuum-Pumpe für die Land- und Forstwirtschaft
1953
bis 1955 Entwicklung eines Flachmähbinders mit den neuen
Eigenschaften (z. B. sehr geringer Körnerverlust aus dem Mähgut)
Zugehörigkeit zum VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinenbau
1960
bis 1967 wurde die technische Anlage des Werkes mit Hilfe von
Investitionen modernisiert, Steigerung der Rollenkettenproduktion / Entwicklung zur Hauptproduktion - 73 % des
gesamten Produktionsvolumens
1949
wurde für 1,3
Mio. Mark produziert -Anzahl der Arbeitskräfte 206
1955
Bruttoproduktion bereits 8,4 Mio Mark- Anzahl der Arbeitskräfte
588
1963
Bruttoproduktion 18,5 Mio Mark -573 Gesamtbeschäftigte
1963
Gründung des Klubs "Junger Techniker" -Bau von
Werkzeugen und Feinschneidpressen, Bau eines Automaten zum Senken
von Kettenrollen
1967
Bildung eines medizinisch-technischen Kabinetts, Gründung einer
Betriebsfeuerwehr 1968 wurden neue Maschinen und Anlagen in Betrieb genommen, z.B.:
Durchlaufhärteanlage für Kettenlaschen,
Vibrationsgleitschleifen und Feinschneiden nach
dem System Feintool einer Schweizer Firma neue
Schleifmaschinen zur Bearbeitung rotationssymmetrischer Teile
Schaffung
einer modernen Halle für die
Hülsenwickelei
Durchführung
von Weiterbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter , Lehrgang für elektronische
Datenverarbeitung
Facharbeiterausbildung für Industriekaufleute
Fachlehrgang für Härtetechnik
Überbetriebliche
Delegierung zu Lehrgängen und Fachveranstaltungen
für Netz-Plantechnik,
Hydraulik, numerisch gesteuerter Werkzeugmaschinen,
Elektrotechnik,
Schweißtechnik und Projektierungsproblemen.
Ab
01.03.1992 Meteor-Umformtechnik-GmbH Zella-Mehlis, Talstraße
54-56 (ehemalige Lehrwerkstatt)
Fertigung
von Stanz- und Biegeteilen, Kaltumformteilen, Feinstanzteilen und
Werkzeugen.
Zertifiziert
nach "DIN ISO 9002 und QS 9000"
(Auszüge aus dem Archiv der
Stadt Zella-Mehlis, Stand 1999)
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